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Die Sprachen Äthiopiens      

In Äthiopien werden über 80 verschiedene Sprachen mit mehr als 200 Dialekten gesprochen, die zu zwei großen Sprachfamilien gehören: die afroasiatische (früher hamito-semitisch) Sprachfamilie und die Familie der nilosaharischen Sprachen.
 
Nilosaharische Sprachen wie Kunama, Anyak/Anwak, Nuer, Gumuz und Nara/Barea werden im Nordwesten und Westen Äthiopiens gesprochen, und zwar vermutlich von den ältesten Bevölkerungsgruppen des Landes.
 
Bedeutungsvoller sind die der afroasiatischen (hamito-semitischen) Sprachfamilie zugehörigen Sprachen mit einem großen Verbreitungsgebiet. Von den verschiedenen Zweigen sind in Äthiopien drei Gruppen vertreten:

Semitisch, Kuschitisch und Omotisch

Amtssprache ist das semitische Amharisch aufgrund der historischen Entwicklung. Weitere wichtige semitische Sprachen sind das Tigre (Nordäthiopien und Eritrea), das Aderinya und Guraginya im Süden.
 
Die alte semitische Sprache Ge’ez oder Altäthiopisch existiert heute noch als Kirchensprache. Mitgebracht von Einwanderern aus Südarabien ist die Sprache eng verwandt mit dem Altsüdarabischen. Die ältesten Inschriften werden dem 1. Jh n.Chr. zugeschrieben. Die religiöse und weltliche Literatur nutzte Ge’ez bis ins 19. Jh. Als Umgangssprache löste das Amharische sie bereits im 11. Jh ab.

50 % der Menschen zählen zur kuschitischen Sprachfamilie: u.a. die Oromo, Somali, Afar, aber auch die vielen zahlenmäßig kleinen Völker im Westen und Südwesten des Landes (insgesamt ca. 30 Sprachen).
 
Omotisch sprechende Völker leben im Einzugsgebiet des Omo Flusses. Hierzu gehören das Wolayta, Kefa, Mocha, Bako, Dime, Janjero.

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