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UNESCO Welterbestätten in Mali

  • Der Hafen der Wüste - Timbuktu

Das sagenumwogene Timbuktu. Jeder hat diesen Namen schon einmal gehört, aber die wenigsten wissen, dass es wirklich existiert. Als alte Karawanenstadt war sie zu großem Reichtum erlangt und kämpft bis heute gegen das Versinken im Wüstensand der Sahara. Damals eine Hochburg des Islam mit Universitäten und Koranschulen sind die ca. 20.000 Einwohner stolz auf ihr Bollwerk gegen die Wüste. Sehen Sie sich unbedingt die Moschee Sankoré mit ihren pyramidenförmigen Minaretten oder auch die Bibliothek des Ahmed Baba an. Auch die Wohnhäuser der Forscher Mungo Park oder Heinrich Barth laden zum Träumen ein. Erleben Sie von hier aus faszinierende Kamelritte in die Wüste und lernen sie die Tuareg, die Herrscher über das Wüstenmeer kennen.

  • Moschee und Altstadt von Djenné

Die 1000-jährige Schwesterstadt von Timbuktu mit ihren zahlreichen Koranschulen ist ebenfalls eine Hochburg der Lehre des Islam, aber auch die älteste und beeindruckendste Handwerkermetropole Westafrikas.
Djenné ist eine alte Stadt. Das Volk der Bozo lebte hier vom Fischfang und Getreideanbau. Später verlegten die Nono den Ort an den heutigen Standort auf einem Hügel – leicht erhöht. Das alte Djenné Djeno ist eine der ältesten Siedlungen Westafrikas. Als eine der schönsten Städte der Sahelzone wurde Djenne mit seiner Altstadt und der Moschee in die Liste der Welterbestätten aufgenommen. Die imposante Moschee ist mit ihren Zinnen und Türmen ein architektonisches Wunder aus Banko, einem Gemisch aus Lehm, Kuhmist, Hirsestroh und Wasser. Mit 150m Länge und 20m Breite fasst sie bis zu 5.000 Gäubige. Nachdem der Sulvon von Djenne zum Islam übergetreten war, schenkte er seinem Palast den Gläubigen. Die heutige Moschee entstand erst Anfang des 20. JH nach dem Vorbild des alten Baus auf den Fundamenten und gilt als der größte und schönste Lehmbau. Alljährlich zur Trockenzeit wird das Meisterwerk der Lehmarchitektur in einmaliger Schlammschlacht von zwei konkurrierenden Gruppen Jugendlicher neu verputzt. Sehr malerisch ist auch der gegenüberliegende tägliche Gewürzmarkt und die Medina mit ihren engen Gassen und typischen Lehmhäusern. Sehenswert auch das Museum der Kultur Mission und Alt Djenné.

  • Die Dogon an der Falaise von Bandiagara

Eine der aufregendsten afrikanischen Hochkulturen ist der ganze Stolz Malis und wird Sie in ihren Bann ziehen. Vor über 800 Jahren flohen die Dogon aus dem sagenumwobenen fruchtbaren Mandé in diese karge unwirtliche Landschaft. Das Bandiagara Plateau mit seinen Felsenklippen bot Schutz vor Verfolgung und den Einflüssen der Neuzeit. Hier bewahrten sich die Dogon ihr kulturelles Erbe bis heute. Vor ihnen lebten hier das friedliche kleine kleinwüchsige Hirtenvolk der Tellem, die ihre Wohnungen in die Felswand schlugen. Die Dogon nutzen diese schwer erreichbaren Höhlen und Grotten im Fels nach wie vor als Speicher für Getreide und als Begräbnisstätten für ihre Toten. Wie kleine Bienenstöcke kleben die Lehmhäuser an den Felsen.

Vielfache Tabus bestimmen auch heute noch das Leben der Dogon. Fetische schützen vor Geistern. Die Kunst der Dogon ist eng mit ihrem Glauben verbunden und drückt ihre animistische Weltsicht aus. Zeugnisse sind heute in den bedeutendsten Museen der Welt zu finden.
Der Überlieferung nach wurde der erste oberste Priester der Dogon eine Schlange. Seither gilt die Schlange als heiliges Tier. Im Ginna Haus, das nur der oberste Priester betritt, werden die Ahnen verehrt.

An den Dörfern der Dogon scheint die Zeit spurlos vorüber gegangen zu sein. Ein Dorf ist wie ein Mensch ein lebendiges Wesen. Jedes Haus hat seinen festen Platz und eine Bedeutung in der mythischen Vorstellung. Als Vorbild für den Dorfaufbau dient die ideelle Gestalt des ersten vom Schöpfergott Amma geschaffenen Lebewesens. Nach dem Mythos formte Amma die Erde wie auch die ersten Menschen aus Lehmklumpen. Die kleinen in Afrika geformten Menschenklumpen wurden im ‚Feuer des Himmels’ schwarz. Die Dogon nennen  sich daher nicht ohne Stolz Kinder der Sonne.

Der karge und steinige Boden lässt nur eine dürftige Ernte im Feldanbau zu. Heute zieht es viele junge Menschen hinaus in die Ebene, wo Viehzucht und Zwiebelanbau reicheren Ertrag versprechen.

Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Dogon ist die Falaise. Auf einer Länge von 200 km bricht das Hochplateau nach Süden hin steil ab zu der weiten Gondo Ebene. Die Felswand ist 250-400m hoch. Hunderte von kleinen Dörfern sind hier angesiedelt. Das erste und wichtigste Haus eines Dorfes, das errichtet wird, ist die Toguna, das Palaverhaus der Männer, deren 8 Holzstützen je nach Größe der Siedlung reich verziert werden. Typisch sind die aus den Lehmmauern herausragenden Holzbalken.

  • Das Grabmal der Askia in Gao

Gao, die mittelalterliche Stadt ist heute ein kleiner geschäftiger Flusshafen und letzte Station der Niger Schiffe im Osten des Landes.
Um 650AD von Sorko Fischern gegründet wurde Gao im 11.JH Sitz der Dia Dynastie nach Übertritt des Königs zum Islam. Über drei Jahrhunderte rivalisierte Gao mit Timbuktu und Djenné um die kulturelle und wirtschaftliche Macht im Sudan. Seine strategische Lage am Niger sowie am Rande der Sahara machte Gao für die Tuareg wie auch das Mali Imperium interessant. Nach Kämpfen etablierten die Sonni und Askia Dynastien die Vormacht der Songhai im westlichen Sudan mit Gao als Zentrum. Die Marokkaner beendeten Gaos Blüte Ende des 16.JH. mit ihrer Besetzung.
Die Atmosphäre der Stadt prägen die ungeteerten, staubigen Straßen und die bunten Märkte. Hier treffen sich Songhai-Bauern, Sorko-Fischer, Tuareg, Bella, Fulbe-Hirten, Bambara- und Haussa-Händler.
Bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Grab der Askia in Form einer Pyramide 17m hoch und von einer Mauer umgeben aus dem 15.JH, seit 2004 auf der Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO.
Ein kleines Museum zeigt Gegenstände des alltäglichen Lebens der Tuareg und der Songhai
In Gao verläuft auch die 0?-Linie zwischen der West- und östlichen Hemisphäre, markiert durch einen Obelisk.

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